Sendeinformation | Radiobeitrag “Kunstfieber”

Wer es am 2. Juni nicht geschafft hat, bei der Diskussionsrunde „Kunstfieber“ dabei zu sein, hat jetzt die Chance, einen Radiobeitrag dazu zu hören.

O-Töne: u.a. Asta Rohde, Kerstin Schulz

Der Radiobeitrag wird Mittwoch, 1. Juli, in der Live-Sendung „KultUhrzeit“ ca. 17.14 Uhr gesendet werden.

Ausgestrahlt wird auf den Frequenzen UKW 106.5, Kabel 102.15 und weltweit im Internet (Live Stream: http://www.leinehertz.net/player2/index.html).

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Schwarmkunst-Video

hann.video4Schwarmkunst ist für jeden! Unter diesem Motto steht das Video, das während der PENvolution-Ausstellung im Kubus gedreht worden ist. Franziska I. Müller von FIM-productions hat ganze Arbeit geleistet. Das Video ist super geworden! Eine Kurzfassung ist hier zu sehen. Die Langfassung wird in Kürze auf der atelier-dreieck-Website zu finden sein.

Schwarmkunst – Kunst schaffen im Schwarm

Wissenschaftler sprechen von der Schwarmintelligenz, der Klugheit des Kollektivs, wenn sie das Phänomen des Vogelzuges oder das Verhalten kleiner Fische beschreiben. Der Schwarm entsteht aus dem koordinierten Verhalten der Individuen. Für die Künstlerin Kerstin Schulz spielen diese naturwissenschaftlichen Erkenntnisse eine Rolle.
So wie Schulz die Masse an Material berauscht, bei der Kunstaktion Strich-Code, waren es Millionen von Sonderpreisetiketten, beim PencilMobileRoom sind es Bleistifte und Smartphones, so faszinierend findet sie auch den Gedanken, mit vielen Menschen zusammen Kunst zu machen und so im Schwarm etwas Großes zu schaffen, etwas, was ein Einzelkünstler nie schaffen könnte.
Die Zusammenarbeit mit so vielen und zugleich so unterschiedlichen Menschen ist für Schulz das große Experiment der These, dass Kunst und Gestalten Urbedürfnisse des Menschen sind. Wenn Schulz dazu aufruft, mit ihr zusammen Kunst zu machen, weiß sie im Vorfeld nicht, wie viele kunstinteressierte Menschen ihrem Aufruf folgen werden. Das koordinierte Verhalten eines Schwarms wird hier nicht zu beobachten sein – Schwarmkunst und Schwarm unterscheiden sich also durchaus.
Das ist ein Risiko! Den ersten Versuch in dieser Richtung machte Schulz bei der Kunstaktion „St. Michaelis im Schlussverkauf“ 2011 in Braunschweig, als sie mit 5-20 Schwarmkünstlern zusammen eine Kirche mit Sonderpreisetiketten beklebte. Wobei der Begriff „Schwarmkünstler“ erst in der Beschäftigung mit dem Projekt Strich-Code entstand. Der Funke der Begeisterung ist auf viele Schwärmer auch bei Strich-Code (Hannover 2012) übergesprungen. Diese positive Erfahrung, Kunst im Kollektiv vieler Menschen zu machen, hat Schulz bestärkt, diese Richtung auch beim PencilMobileRoom einzuschlagen. Die gemeinsame Arbeit ist zugleich ein Teil des Kunstwerkes, denn darin steckt jede Menge Energie der Menschen, die mitmachen. Das ist die Aura von Schwarmkunst, was auch die Schwarmkünstler ganz deutlich spüren. Sie fühlen sich als Teil des Schwarms, begreifen sich als Teil des Ganzen, spüren Glücksmomente und sind mit Leidenschaft dabei. Der Schwarm ist der Star dieses Kunstprojektes!
„Jeder Mensch ist ein Träger von Fähigkeiten, ein sich selbst bestimmendes Wesen, der Souverän schlechthin in unserer Zeit. Er ist ein Künstler, ob er nun bei der Müllabfuhr ist, Krankenpfleger, Arzt, Ingenieur oder Landwirt. Da, wo er seine Fähigkeiten entfaltet, ist er Künstler. Ich sage nicht, daß dies bei der Malerei eher zur Kunst führt als beim Maschinenbau …“ – Joseph Beuys im Interview mit Peter Brügge.
Schulz sagt nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt…Das Schöpferische erkläre sie als das Künstlerische, und das ist ihr Kunstbegriff. Der Schwarm lebt!